Mittwoch, 9. September 2015

Der K(r)ampf mit der Hochzeitstorte

oder: Wer flüstert mir immer so bekloppte Ideen zu

Wenn Ihr also auch so einen an der Klatsche habt wie ich und Eure Torte selbst machen wollt.....hier das Rezept ( zum garantierten in die Tischkante beissen).

Zu aller erst braucht Ihr Zeit, vieeeel Zeit. Ich hab für meine Torte 3 Tage geplant, 4 wären besser gewesen, aber hinterher ist man ja immer schlauer.

Tag 1:
Wir fangen also mit den Böden an. Ich habe Bisquitböden gebacken. Rührkuchen ist für die Stabilität besser, macht die Torte aber auch um einiges schwerer.
Mixi hat mir wieder sehr geholfen. Ihr braucht für einen Boden von 24 cm Durchmesser: 

4 Eier
160g Zucker
160g Mehl
0,5 Päckchen Backpulver
2 Tütchen Finesse Bourbon-Vanille Aroma von Dr. Oe....

Ofen auf 175°C Umluft heizen. Schmetterling in den Mixtopf setzen. Eier, Vanille und Zucker in den Mixtopf geben und 2min/50°C/Stufe 3,5 cremig aufschlagen. Dann ohne Temperatur bei Stufe 3,5 15min. weiterschlagen. Haltet die Zeit ein, dann wird auch ordentlich Luft untergeschlagen und Euer Teig geht super hoch.  Mehl und Backpulver mischen und in den Mixtopf sieben. 6-10 sek. Stufe 3 untermixen.

In der Zeit, in der Euer Teig schön luftig geschlagen wird, bereitet Eure Backform vor. Entweder eine normale Springform unten mit Backpapier auslegen oder, und diese Variante bevorzuge ich, einen Backrahmen . Stellt Euren Rahmen dazu auf die gewünschte Größe ein. Ich backe meine  Böden die ich füllen möchte immer 2-4 cm größer als gebraucht. Warum? Erklärung folgt später. Legt ein großes Stück Backpapier auf ein möglichst ebenes Backblech und setzt darauf den Rahmen. Nun das Backpapier aussen an der Form hochziehen und fixieren. 






Ich benutze immer diese sog. Vielzweckklammern. Büroklammern gehen auch, aber achtet unbedingt darauf, das sie nur aus Metall sind, ohne diese bunten Überzüge.Die Wände der Form keinesfalls fetten, sonst kann der Teig nicht klettern. Keine Angst, der Boden wird sich super aus Eurer Form lösen. Das ganze nun in den vorgeheizten Ofen stellen und 15-20 min backen ( Stäbchenprobe) Das Ergebnis ist ein schöner, fluffiger, etwa 5 cm hoher Bisquitboden.




Ich habe für meine Torte 3 Böden mit einem Durchmesser von 24, 28 und 32 cm Durchmesser gebacken. Diese werden nun über Nacht kühlgestellt. So kann sich der Boden setzen und man kann ihn gut schneiden. Jetzt stellt noch Eure Ganache her, die ihr zum einstreichen der Torte benötigt. Ich hab Vollmilch genommen, rückblickend wäre weisse Schokolade besser gewesen. Dazu die gewählte Schoki klein hacken und in eine Schüssel geben. Dann 200 ml Sahne einmal kurz aufkochen lassen und über die Schoki geben. Kurz stehen lassen und dann durchrühren bis die Schoki komplett geschmolzen ist. Zum homogenisieren einmal mit dem Zauberstab durchgehen.Das ganze wird über Nacht ebenfalls kühl gestellt.  Hier mal eine kleine Auflistung für die diversen Schokoladensorten :
Vollmilch: 500g Schokolade +200ml Sahne
Zartbitter: 400g Schokolade + 200 ml Sahne
Weisse: 600g Schokolade + 200 ml Sahne
Ihr könnt jede erdenkliche Schokoladensorte benutzen. Gefüllte, After Eight, Schokobons ect. Dann würde ich das Verhältnis weisse Schokolade + Sahne wählen.

Tag 2.
Heute werden die Böden geschnitten, gefüllt und mit Ganache eingestrichen. Bringt die Ganache auf Zimmertemperatur und schlagt sie einmal mit dem Mixer auf.Jetzt gehts an die Füllung. Ich habe mich für eine Quark-Schmand-Mandarinen Füllung entschieden. Ihr könnt natürlich nehmen was Euch schmeckt, nur sollte die Füllung schon eine festere Konsistenz haben.
 Für meine Füllung habe ich verwendet ( für einen 25 er Boden)

500g Quark

400g Schmand 
1 Dosen Mandarinen
2 Päckchen Sofortgelatine
ca.100g Zucker
2 Päckchen Bourbon-Vanille-Aroma

Mandarinen sehr gut abtropfen lassen. Alle anderen Zutaten in den Mixtopf geben und 30 sek. Stufe 3 verrühren. Die Masse in den Kühlschrank stellen bis sie anfängt zu stocken.

 Jetzt erfahrt Ihr, warum ich meine Böden größer als benötigt backe. Nehmt einen Tortenring ohne Griffe, stellt ihn auf die gewünschte Größe ein ( z.B. bei meinem gebackenen 24 cm Boden auf 20 cm, die Größe der obersten Etage) und drückt den Ring einmal durch den kompletten Boden.




Den Rand unbedingt aufheben, der wird gebraucht. Möglichst am Stück. Da ich meine Torte mit Fondant verzieren möchte, muss ich darauf achten, das nichts von der Füllung nach draussen kommen kann, das würde den Fondant zerstören. Der Teigring verhindert genau das sehr zuverlässlich. Den Boden einmal waagerecht durchschneiden. Nehmt nun den Tortenring und legt eine Lage Bisquit rein. Darauf am Rand lang den soeben ausgestochenen Ring.




Nun kommt die Füllung rein. Eine Lage Quark-Schmand-Creme, darauf die Mandarinen, darauf wieder Creme.



Mit dem 2. Boden abdecken, etwas andrücken und kalt stellen. So mit allen Böden verfahren. Anschliessend werden alle gefüllten Böden mindestens 2x mit Ganache eingestrichen. Wieder über Nacht kalt stellen.



Tag 3.

Jetzt könnt Ihr Eure Torte mit Fondant eindecken. Aber vorsicht ( und das war mein Fehler), kühlt die Torte nach dem eindecken und VOR dem stapeln nochmal gut durch. Ich habe zu knapp geplant und konnte nicht mehr richtig kühlen. Ergebnis: Meine Torte bekam nen Linksdrall, weil sie eingesackt ist, trotz Stützen. Also unbedingt vor dem stapeln nochmal richtig durchkühlen bis der Fondant hart ist.

Hier seht Ihr meine Tochter und mich beim Kampf mit dem Fondant. Zu allem Überfluss wars auch noch sehr warm, keine gute Kombination.




Jetzt kommen wir zum stapeln. Dazu benötigt Ihr solche sogenannten Cakeboards in die in der Mitte ein Loch gebort wird ( durchmesser Eurer Stützen). Darauf wird jede einzelne Stufe gesetzt. Bei einer 3 Stöckigen Torte benötigt Ihr also 3 Cakeboards.



Ausserdem braucht Ihr Stützen zum Stabilisieren der einzelnen Etagen. Dazu kann man einfach Strohhalme nehmen, die auf Bodenhöhe zugeschnitten werden, Bambusstäbe eignen sich auch. Ich hatte mich für ein Set von Wilton entschieden, da wir die Torte ja auch noch im Auto transportieren mussten. Da wollte ich kein Risiko eingehen.



In einen 25- er Boden sollten 5-6 Stützstäbe verteilt werden. Ausserdem braucht Ihr noch einen langen Stab, der einmal durch die komplette Torte durchgeht. Nachdem Ihr die Böden präpariert habt, gehts ans stapeln. Gebt dazu einen Klecks Ganache auf  Eure Unterlage und setzt den ersten Boden darauf. Da die Ganache hart wird, verhindert sie so, das alles ins rutschen gerät, also zusätzliche Stabilität. In die Mitte des ersten Bodens wieder einen Klecks Ganache und den 2. Boden aufsetzen, ebenso mit dem 3. Boden verfahren. Jetzt steckt den Langen Stützstab durch die komplette Torte. Nun könnt Ihr Eure Deko anbringen. In meinem Fall waren es viele Blumen.






Da meine Küche zu klein ist, hatten wir unseren Esstisch umfunktioniert. 
Tadaaaa, nach nur 3 Tagen und endlos gelassenen Nerven war das Prachtstück auch schon fertig.



Liebe Grüße Eure Jebafe

Kommentare:

Anja...Mein Leben und ich hat gesagt…

Wow.......

Nee ich glaube ich will die nicht nachmachen, obwohl die klasse Aussieht aber wenn ich mir den Aufwand durchlese...........WOW.
Aber wie gesagt sie sieht klasse aus und selbst gemacht ist auch immer noch ein wenig persönlicher kann ich schon verstehen.

Ich denke ich hätte sie kurz vor der Fertigstellung geschmissen. So eine fizzelsarbeit ist nichts für mich.

Ganz liebe Grüße

Anja und Anhang

Frollein Ü hat gesagt…

Wooohooooo, was für ne Torte! Sag mal hast du da Übung drin??? Das sieht so vollprofimäßig aus, als würdest du jede Woche 2-3 von den Dingern fabrizieren! Ich bin beeindruckt und ich weiß was ich da sage, nach diversen eigenen Todeskämpfen mit Fondant. Wir zwei....also der Fondant und ich......wir werden keine Freunde mehr. Nö.

Äh und war bestimmt lecker, oder?? Hmmmm....würd ja gern mal dran knabbern ;-D!
GlG Anne

Sabine hat gesagt…

Hallo du Liebe,

wow sieht die klasse aus!Da hätt' ich auch gerne ein Stück probiert....
Wusste gar nicht, dass du nebenbei Konditorin bist - grins! Traumhaft schön - der Aufwand hat sich voll gelohnt ;-)
Knuddelgrüße aus dem Moor,
Sabine

KayBeScraps hat gesagt…

wow.. die sieht ja mal megaklasse aus.. was für eine tolle Arbeit.. und sieht lecker aus.. ;)

LG, Katrin